Diese Meinung vertrete ich, weil ich mich auch nach 57
Jahren noch an das Manöver WINTEX 1968 im europäischen NATO-Hauptquartier SHAPE
im belgischen Casteau bei Mons erinnern kann. Ich wurde damals im Januar 1968
von meinen Vorgesetzten in ein großes Büro im Hauptgebäude geschickt. Dort
sollte ich einen amerikanischen Master Sergeant bei der Aktualisierung einer
sehr großen Europalandkarte unterstützen. Aktualisiert wurde sie aufgrund
ständig einlaufender Fernschreiben.
Das Manöver begann mit einem Angriff der
„Roten“, wie der Warschauer Pakt respektive die Sowjetunion im Manöverslang
genannt wurde. Vorgetragen wurde dieser Angriff konventionell mit einer
gigantischen Panzerarmee aus dem Osten, über die damalige DDR Richtung
Norddeutsche Tiefebene auf bundesdeutschem Gebiet. Eine zweite, ebenso
gigantische Panzerarmee griff aus dem Süden, über das neutrale(sic!) Österreich
Richtung München an. Die dritte Angriffsformation bestand aus einer auch wieder
gigantischen Landungsarmee, die über die Ostsee die Bundesrepublik angriff.Nach
mehreren vergeblichen Versuchen, diesen Angriff auf diplomatischem Weg zu
stoppen, befahl der US-Präsident als Oberbefehlshaber der NATO den Einsatz
„blauer“ Atomwaffen. Gezielt wurde mit diesen strategischen Nuklearwaffen auf
die oben genannten Angriffsformationen, der Angriff erfolgte auf
bundesdeutschem Gebiet.
Wie dieses Manöver endete, erfuhr ich leider nicht, weil
am 4. Manövertag ein deutscher Offizier auf die Idee kam, mich Obergefreiten
nach meiner Klassifizierung zu fragen. Die war „Geheim“, reichte also für die
Bearbeitung der Fernschreiben nicht aus, die alle mit „Atomic Top Secret“
klassifiziert waren. Er schickte mich deshalb zurück an meinen normalen
Arbeitsplatz. Ich erzähle dieses Detail, weil es ein bezeichnendes Licht auf
die „Kompetenz“ der damaligen und heutigen Kommisköpfe wirft. Dieser von mir
geschilderte Ablauf wurde in den 90er Jahren vom Altkanzler Helmut Schmidt in
einem Spiegel-Interview bestätigt. Auch er erregte sich damals über die
wahnwitzige Planung, die nach der realen Durchführung ein radioaktiv
verseuchtes, unbewohnbares Deutschland hinterlassen hätte.
Wie sieht es heute
aus.Russland wird Europa nicht angreifen. Die Gründe dafür habe ich in meinem
Post „Wieder nur ein laues Lüftchen im Oktober?“ geschildert: Russland braucht
Europa, dessen wirtschaftlicher und politischer Untergang bereits läuft, nicht
mehr. Zum anderen kann Russland nicht besiegt werden, weil es noch vor den USA
die größte Atommacht ist und jeden Angriff, der seine nationale Existenz bedroht,
mit Atomwaffen beantworten wird. Das steht so in der russischen Militärdoktrin.
Die USA wissen das und werden sich aus entsprechenden europäischen
Angriffsbemühungen heraushalten. Die verzweifelten Bemühungen der europäischen
Antielite, einen Krieg gegen Russland anzuzetteln, würden ohne die USA im
besten Fall scheitern. Im schlimmsten Fall, wenn diese europäischen
Psychopathen tatsächlich einen Krieg beginnen und es gegen jede
Wahrscheinlichkeit schaffen, Russland in die Enge zu treiben, sind die Europäer
tot.
Ich habe mich nach dem oben genannten Manöver gefragt, was ich im
Ernstfall tun soll. Weil ich damals gerade die Antikriegssatire „Catch 22“
gesehen hatte und wieder an der Nordseeküste angekommen war, kam ich zu dem
Schluss, mir dann ein Ruderboot zu stehlen und auf die Nordsee hinaus zu
rudern. Dem Tod wäre ich dadurch nicht entkommen, aber es wäre wenigstens ein
letzter Gag gewesen. Denen, die mit der heutigen Situation konfrontiert sind,
rate ich: Seht bloß zu, daß ihr aus der Reichweite dieser „Allianz der
Psychopathen“ kommt; denn, wie die Bremer Stadtmusikanten schon sagten: „Etwas
besseres als den Tod findest du überall.“ Oder seht zu, daß ihr sie
loswerdet.Wer Soldaten in einen solchen Krieg schickt, ist ein Massenmörder.